Zweck von Komplettsicherung "Sicherungsdateien"

  • Hallo,

    in den Einstellungen zur Vollständigen Datensicherung ist standardmäßig die Option "Sicherungsdateien" aktiviert. Im Buchhalter.pdf finde ich dazu nur "weiterhin kann ausgewählt werden, ob...zusätzliche Sicherungen der Buchhaltungsdateien kopiert werden sollen.".

    Sind "zusätzliche Sicherungen" die automatischen täglichen Sicherungen? Bedeutet, das, dass die Komplett-Sicherungen damit die vorherigen täglichen Sicherungen beinhaltet? Das erzeugt ja dann schnell große Sicherungsdaten.

    Per Voreinstellung würde ja dadurch jeden Tag eine Sicherungsdatei erzeugt, die alle (nicht gelöschten) vorherigen täglichen Sicherungsdateien auch nochmal beinhaltet, aber wozu sollte das gut sein...

    Was verstehe ich falsch?

    Kann ich den Haken Sicherungsdateien gefahrlos entfernen (Datensicherung ins Netzwerk ist dann ja viel schneller und kleiner), oder sollte ich es lieber anlassen (z.B. weil sonst noch etwas fehlt)?


    SKR 03, IST-Versteuerung, EÜR, freiberuflich Tätig (Ingenieur), mit Personenkonten

  • in den Einstellungen zur Vollständigen Datensicherung ist standardmäßig die Option "Sicherungsdateien" aktiviert.

    Und das ist auch gut so und die sicherste Einstellung die man treffen kann.

    Kann ich den Haken Sicherungsdateien gefahrlos entfernen (Datensicherung ins Netzwerk ist dann ja viel schneller und kleiner), oder sollte ich es lieber anlassen (z.B. weil sonst noch etwas fehlt)?

    Es ist doch klar, dass bei kleinerem Sicherungsumfang irgendetwas nicht enthalten ist. Statt weniger zu sichern empfehle ich von Zeit zu Zeit wirklich unnötige Komplettsicherungen zu löschen, etwa nach erfolgreichem Jahresabschluss.

    So groß, dass es sich lohnt hier auszusieben, welche Sicherungen (und Zwischenstände) man später (hoffentlich!) nicht braucht, werden die Dateien doch kaum.

    Beiträge stellen keine rechtliche Beratung dar, sie sind lediglich Meinungsäußerung des Verfassers. Das Urheberrecht für durch mich erstellte Inhalte in Themen und Beiträgen verbleibt, ungeachtet der eingeräumten Rechte an den Forenbetreiber, bei mir. Weitere Infos über mich.

  • Und das ist auch gut so und die sicherste Einstellung die man treffen kann.

    Es ist doch klar, dass bei kleinerem Sicherungsumfang irgendetwas nicht enthalten ist.

    Danke wiedermal für die schnelle Antwort. Das ist echt super, danke!

    "Irgendwas", genau. Es könnte programminterne Verlaufsdaten, oder aber z.B. nur Backup-Historie sein (die man vielleicht eh schon mehrfach geo-redundant hat) oder unverändlicher Programmdateien enthalten (ich habe von den wichtigen Systemen zusätzlich "Image-Backups") oder was auch immer. Daher meine Frage.

    Ich glaube, da sind dann einfach nur die Sicherungen der Vortage drin (man kann leider nicht direkt reingucken, aber das Programm-Log zeigt sowas). Das hieße dann beispielsweise:

    • Montag enthält alle Daten Stand Montag
    • Dienstag enthält alle Daten Stand Dienstag, plus Datensicherung von Montag
    • Mittwoch enthält alle Daten Stand Mittwoch, plus Datensicherung von Montag und Dienstag

    Auf dem Ziel liegen dann in der Datei, je nach Einstellung:

    • 1 x Mittwoch
    • 2 x Dienstag
    • 3 x Montag

    bei 30 Tagen hat man am Ende den ersten Montag 30-fach - und wenn man strategische Backups hat, das ganze z.B. (bei 3-2-1 Regel) dreifach, also 90 mal Montag.

    Statt weniger zu sichern empfehle ich von Zeit zu Zeit wirklich unnötige Komplettsicherungen zu löschen, etwa nach erfolgreichem Jahresabschluss.

    Leider im Vorfeld nie klar, was später "unnötig" sein wird... (Interessant, ich empfehle im Gegenteil, nach Jahresabschluss die Sicherung "permanent" zu archivieren (natürlich entsprechend gesetzlicher / datenschutzrechtlicher Bestimmungen)).

    So groß, dass es sich lohnt hier auszusieben, welche Sicherungen (und Zwischenstände) man später (hoffentlich!) nicht braucht, werden die Dateien doch kaum.

    Na ja, wenn man nicht im LAN arbeitet, dann vielleicht schon... Ich hatte erst zwei Monate 2024 gemacht (um zu sehen, ob die Ergebnisse gleich sind, wie beim Jahresabschluss) und schon fast 50 MB, die dann täglich über eine suboptimale Mobilfunkverbindung auf mein Backupsystem gespielt wurden (und musste immer warten, bis ich den Laptop zuklappen kann [hibernate]). Bei 30 Tagen 3fach wären das dann so um die 5 GB. Die Backupumgebung synchronisiert dann übrigens stündliche ZFS snapshots auf einen örtlich getrennten (remote) Server und weil das tagsüber war (und ich das limit etwas zu hoch hatte), ruckelte dann auch noch die RDP Verbindung meiner Frau - und das ist natürlich unbedingt zu vermeiden!

    Aktuell hab ich nur 4MB, das ist schon ein merklicher Unterschied.

    SKR 03, IST-Versteuerung, EÜR, freiberuflich Tätig (Ingenieur), mit Personenkonten

  • Leider im Vorfeld nie klar, was später "unnötig" sein wird... (Interessant, ich empfehle im Gegenteil, nach Jahresabschluss die Sicherung "permanent" zu archivieren (natürlich entsprechend gesetzlicher / datenschutzrechtlicher Bestimmungen)).

    Ich meine, unnötige Komplettsicherungen zu löschen und selbstverständlich nicht die letzte nach Fertigstellung des Jahresabschlusses.

    Komplettsicherungen sind eben gedacht um eine vollständige Sicherung aller Mandanten/Firmen, Belege zu diesen, etc. zu haben. Diese sollten ohnehin permanent und außerhalb des Produktiv-System gelagert werden.

    Daneben werden zwischenzeitlich ja weitere Sicherungen vorgenommen und ggf. Einzelsicherungen zur Absicherung von Arbeitsschritten zu einzelnen Mandanten.

    Die Sicherungsmöglichkeiten im Programm sind geschaffen, um bei gewöhnlichen Einsatz (lokal, auf einem Rechner) alles nötige zur Hand zu haben.

    Für andere Konstellationen sind selbstverständlich andere, ggf. eigene Sicherungen und Backupstrategien möglich/nötig. Dafür dürften Komplettsicherungen u. U. ungeeignet sein.

    Beiträge stellen keine rechtliche Beratung dar, sie sind lediglich Meinungsäußerung des Verfassers. Das Urheberrecht für durch mich erstellte Inhalte in Themen und Beiträgen verbleibt, ungeachtet der eingeräumten Rechte an den Forenbetreiber, bei mir. Weitere Infos über mich.

  • Bei Wasabi (ca. 0,00599 USD pro GB pro Monat, Download kostenlos) oder einem anderen S3, das Parts nicht verfallen lässt, kann man den Upload fortsetzen, d.h. einfach bei Bedarf Rechner runterfahren und später fortsetzen, mit rclone: rclone copy /pfad/zu/daten s3:meinbucket/backup --transfers=4 --bwlimit=50M
    Achtung bei Wasabi ist Mindestaufbewahrung 90 Tage, die immer wieder berechnet werden, gilt auch für gelöschte, gilt auch für gelöschte oder ersetzte Dateien, kann teuer werden, wenn man andauernd viel uploaded, deswegen evtl. Cloudflare R2 oder Backblaze B2 etwas preiswerter oder dort nur alle 90 Tage zusätzlich sichern.
    Oder mit rclone crypt alle Einzeldateien im Datenordner verschlüsseln und sichern, dann werden nur die geänderten Dokumente übertragen (nur bei Zielen wie S3, die Hashes haben).

    Kosten grob überschlagen:
    Fall A: Vor Optimierung

    50 MB/Tag → ~1,5 GB/Monat, mit 90 Tagen Retention bedeutet: bis zu 4,5 GB berechnet.

    4,5 GB × 0,00599 USD = 0,027 USD/Monat (~3 Cent).
    → Praktisch irrelevant, aber wächst stark, wenn die Backup-Software viele Duplikate hochlädt.

    Fall B: „90× Montag“-Effekt

    Bei 5 GB redundanten Daten (wie im Beispiel) × 3 Monate Retention = 15 GB Berechnung.

    15 GB × 0,00599 USD ≈ 0,09 USD/Monat.
    → Immer noch Centbeträge, aber multipliziert sich, wenn Duplikate über Monate liegen bleiben.

    Fall C: Bei 3-2-1 mit dreifachem Cloud-Ziel

    Gleiche Daten dreifach in Wasabi → Kosten ×3.

    45 GB Berechnung → ~0,27 USD/Monat.

    Komplettsicherung vorher mit 7-zip verschlüsseln oder manuell mit 7zip und Passwort sichern. Wird aber immer komplett neu übertragen, deswegen weniger optimal mit Wasabi.

    Oder veracrypt-Container auf externe SSD zwei Kopien, dort alles reinkopieren oder den Datenordner direkt auf den Mount legen. Dann Air-Gap-Schutz, eine Disk in einfaches Schließfach oder an einem anderen Ort lagern.

    Oder 1GB-Internet bestellen.

    Zu Cloudbackup und Personendaten:
    Wenn du den Bucket direkt in einem EU-Rechenzentrum anlegst, verlassen die Daten nicht die EU – du hast also keine „US-Drittlandübermittlung“ im Sinne der DSGVO, auch wenn Wasabi eine US-Firma ist.
    Trotzdem solltest du:

    • AV-Vertrag (Data Processing Agreement) mit Wasabi abschließen
    • SCC (Standardvertragsklauseln) als Absicherung nutzen
    • Bei sensiblen Daten trotzdem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit einem starken Passwort, dass nur Du kennst einsetzen (z. B. rclone crypt), um auch vor unbefugtem Zugriff durch Betreiber geschützt zu sein.

    Die Beträge des Autors dienen ausschließlich dem Zweck der Information oder Meinungsäußerung und stellen keine rechtliche oder andersweitige Beratung oder Zusicherung dar.

    Änderungen und Irrtümer sind vorbehalten.

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