Anlagegut verkaufen - Rechnung erstellen

  • Hallo liebe Freunde der Zahlen!

    Ich hab wieder einen Fall, wo ich zwei Möglichkeiten in Taxpool sehe aber nicht weiß welche ich wählen sollte.
    Ausgangssituation: Meine Firma hat einen hochwertigen aber leicht defekten Bildschirm, der mit Erinnerungswert 1 € in der Anlagenliste steht. Dieser Bildschirm soll mit seinem Marktwert (150 € brutto) an eine externe Privatperson verkauft werden.

    Jetzt könnte ich:

    1. Den Abgang samt Verkauf in der Anlagenverwaltung eintragen, dort den Verkaufspreis und USt. eingeben und automatisch buchen lassen.
      Es wird eine Gruppe von Buchungen erzeugt, die die Einnahme gegen Erlöse aus Verkauf von Sachanlagen (8820) und zugehörige fällige USt bucht, den Erinnerungswert aus dem Bestand nimmt (Anlagenabgang 2315 an Büroausstattung (420)). Laut meinem schlauen Buch sollte man dann außerdem noch den Erinnerungseuro 8820 an 2315 buchen, um den Abgang mit dem Erlös zu verrechnen. Taxpool macht das nicht, allerdings rechnet es den Abgang und den Erlös in der Bilanzausgabe auch automatisch zusammen bei "Sonstige betriebliche Erträge", so dass der Gewinn in beiden Fällen um den einen Euro reduziert ist.
      Dazu zwei Fragen:
      • Kann oder sollte ich die Empfehlung meines Buchs ignorieren, den Erinnerungseuro 8820 an 2315 zu buchen? Im Ergebnis änderts ja eigentlich nichts.
      • Brauche ich nicht auch eine Rechnung für den privaten Käufer und wie erzeuge ich die? Ist in diesem Fall zwar privates Umfeld, wäre also verzichtbar, aber formal müsste es die doch allein schon wegen der USt geben oder nicht?
    2. Den Käufer als Kunden anlegen, für den Käufer eine Rechnung über den gebrauchten Monitor schreiben, Erlöskonto 8820 einstellen und dann die Buchung 2315 an 420 (und ggf. 8820 an 2315) manuell machen. Die Anlagenverwaltung weiß davon dann nichts.
      Dazu dann die Frage:
      • Muss ich die Anlage in der Anlagenverwaltung dann noch irgendwie bearbeiten / deaktivieren etc.?

    Ich habe beides mit der Testfirma ausprobiert. Bei beiden Varianten sehen Kontenbuch, Bilanz und GuV danach so aus, wie sie nach meiner Kenntnis aussehen sollten. Steuer wird bei Zahlung gebucht und der Gewinn ist einen Euro kleiner als der Nettokaufpreis. Das Anlagekonto ist in Summe 0.

    Was ist der Weg?

    Vielen Dank!

    Felix

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

  • Meine Firma hat einen hochwertigen aber leicht defekten Bildschirm, der mit Erinnerungswert 1 € in der Anlagenliste steht.

    Dieser eine Euro wird doch bei den automatischen Buchungen über die Anlagenverwaltung durch den Verkauf korrekt als Anlagenabgang 2315 an Büroausstattung 0420 gebucht. Der Restbuchwert ist dann 0,00 €.

    Es ist Unsinn den Anlageabgang nochmals als Ertrag zu erfassen wenn doch der Ertrag bereits in Höhe des erzielten Kaufpreises (150 € inkl. Ust) gebucht ist.

    Laut meinem schlauen Buch sollte man dann außerdem noch den Erinnerungseuro 8820 an 2315 buchen

    Ich bin ziemlich sicher, dass Du da etwas missverstanden hast.

    Brauche ich nicht auch eine Rechnung für den privaten Käufer und wie erzeuge ich die? Ist in diesem Fall zwar privates Umfeld, wäre also verzichtbar, aber formal müsste es die doch allein schon wegen der USt geben oder nicht?

    Eine Verpflichtung zum Ausstellen einer Rechnung kann ich in diesem Fall nicht erkennen. Siehe UStG § 14 (2).

  • Taxoloop June 11, 2025 at 3:25 PM

    Changed the title of the thread from “Anlagegut verkaufen - Rechnung erstellen vs. Anlagenabgang” to “Anlagegut verkaufen - Rechnung erstellen”.
  • Eine Verpflichtung zum Ausstellen einer Rechnung kann ich in diesem Fall nicht erkennen. Siehe UStG § 14 (2).

    OK, danke. Dann nehme ich einfach die Automatik aus der Anlagenverwaltung und bin fertig. Mich hat nur sehr gewundert, dass man da einen USt-Betrag ja abführen muss, weil man ja früher mal Vorsteuer abgezogen hat, aber für diese Transaktion dann nicht die übliche korrekte Rechnung für USt-relevante Vorgänge haben muss.

    Die Buchung des Restwerts von 8820 an 2315 schlagen die im Buch vor, damit "in der GuV der Gewinn aus Anlagenverkauf in einer Summe gezeigt" wird. Wenn man das nicht macht, hat man ja den Erinnerungseuro (oder ggf. noch nicht abgeschriebenen Restwert) in 2315 stehen und dann den Verkaufserlös vollständig in 8820. Der Gewinn ist dann die Summe der beiden, also Verkaufserlös minus Restwert, und das wollen die anscheinend zusammen in 8820 haben, so dass der Saldo von 8820 dann direkt den Gewinn zeigt und man 2315 nicht mehr zusätzlich braucht.

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

  • die übliche korrekte Rechnung für USt-relevante Vorgänge

    ... gibt es nicht. Schau in den Link.

    "... ist er berechtigt, eine Rechnung auszustellen. ..."

    Die Buchung des Restwerts von 8820 an 2315 schlagen die im Buch vor, damit "in der GuV der Gewinn aus Anlagenverkauf in einer Summe gezeigt" wird.

    Was ist das für ein schlaues Buch?

    Der dann angeblich dargestellte "Gewinn" auf 8820 ist meiner Ansicht nach eine Lüge. Das Konto zeigt laut Bezeichnung die Erlöse aus Sachanlagenverkauf zu 19 % USt. und nicht irgendwelchen "Gewinn" (Stichwort: Kontenklarheit/Kontenwahrheit). Der Erlös ist aber tatsächlich 126,05 € (netto) und nicht irgend ein Betrag nach Verrechnung.

    Außerdem würde sich durch diese Falschbuchung ein Saldo bei 8820 (Ein Automatikkonto!) ergeben, der in der USt zu einer falschen Bemessungsgrundlage führt.

    Meine Empfehlung: Wirf das Buch in den Müll.

  • ... gibt es nicht. Schau in den Link.

    "... ist er berechtigt, eine Rechnung auszustellen. ..."


    Ja, das hatte ich gesehen. Passt zu meinem geschilderten Fall ja gut, da kann ich gut drauf verzichten eine Rechnung auszustellen und bekomme das Geld trotzdem überwiesen.

    Wie würde man das denn machen, wenn die Gegenstelle für den Kauf des veräußerten Anlageguts eine Rechnung benötigt?

    In vielen Fällen wird es sich dabei ja um Fahrzeuge oder Maschinen handeln, da hätte man dann normalerweise einen Kaufvertrag als Dokument. Aber wie bekommt man für Kleinkram wie Büroausstattung ein vom Käufer als Beleg verwertbares Dokument? Schreibt man dann einfach irgendwas mit Office?

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

  • Wenn es stimmt, dass in dem Buch zum zusätzlichen Umbuchen des Restbuchwertes geraten wird halte ich das für einen ziemlichen Klops. Haufe war mir bislang eher für verlässliche Informationen bekannt.

    zu

    Wie würde man das denn machen, wenn

    Das kommt ganz darauf an. Alle Was-wäre-wenn-Fälle mag ich aber nicht beschreiben.

    Entweder schreibt man eine Rechnung, die ja nichts anderes darstellt als die Grundlage für die Erlösbuchung beim Verkauf, wegen mir von Hand oder man macht das über Taxpool. Dabei kann man das entsprechnde Erlöskonto verwenden, so dass der Verkauf gleich auch richtig gebucht wird, sogar auch über das Debitorenkonto und mit dann angepasster Buchung beim Zahlungseingang.

    Jeder Sachverhalt kann eben immer auch nur gering vom anderen abweichen und schon ist anders zu Buchen. Genau das ist die Krux mit Beispielen. Passen sie nicht exakt, helfen sie nicht.

    Hier hilft nur, den Sachverhalt exakt zu ermitteln und danach zu kontieren, wobei man dafür aber auch wirklich verstanden haben muss, was welche Buchung in aller Konsequenz bedeutet.

    Beiträge stellen keine rechtliche Beratung dar, sie sind lediglich Meinungsäußerung des Verfassers. Das Urheberrecht für durch mich erstellte Inhalte in Themen und Beiträgen verbleibt, ungeachtet der eingeräumten Rechte an den Forenbetreiber, bei mir. Weitere Infos über mich.

  • In meiner Ausgabe ist der Klops auf Seite 148. Aber auch in brauchbaren Büchern ist ja nicht immer alles 100 % richtig.

    oder man macht das über Taxpool. Dabei kann man das entsprechnde Erlöskonto verwenden, so dass der Verkauf gleich auch richtig gebucht wird, sogar auch über das Debitorenkonto und mit dann angepasster Buchung beim Zahlungseingang.

    Das war ja genau die Frage.
    Wäre der vollständige Workflow mit Rechnung in Taxpool für den eingangs geschilderten Verkauf dann der folgende?

    • Kunde anlegen, Auftrag anlegen, der Auftragsposition dann als Erlöskonto das 8820 geben -> Rechnung raus an Käufer
    • Manuell den Rest-/Erinnerungswert buchen Anlagenabgang 2315 an Anlagenbestand (z. B. 420 Büroausstattung)
    • Käufer zahlt -> OP-Verwaltung Zahlung zuweisen -> Debitorenkonto ausgeglichen (+ in meinem Fall nichtfällige USt fällig gebucht)
    • In der Anlagenverwaltung nichts ändern

    Oder müsste man in der Anlagenverwaltung noch irgendwas an dem Eintrag des verkauften Anlageguts ändern, z. B. damit es zukünftig nicht mehr gelistet wird? Von der manuellen Buchung des Restwerts weiß die Anlagenliste doch noch nicht, welchen Anlageneintrag das betrifft. Die Konten stimmen, wenn man so vorgeht, aber müsste man nicht der Anlagenliste dann auch irgendwie die information geben, welches Anlagegut jetzt nicht mehr vorhanden ist?

    -edit: Oder schaltet man dann ein Transferkonto dazwischen, dass man die Zahlung so sinngemäß Bankkonto -> Debitorenkonto -> Transferkonto -> Erlös aus Verkauf von Anlagen laufen lässt? Für die Rechnungsposition müsste dann das Transferkonto das Erlöskonto sein und für den Anlagenverkauf das Transferkonto das Finanzkonto. Erscheint mir strubbelig, könnte technisch aber auch gehen.

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

    Edited 5 times, last by FelixR (June 12, 2025 at 9:39 AM).

  • Bei Deinen Fragen geht es um zwei getrennt zu betrachtende Buchungssätze, die sich aus dem Sachverhalt des Verkaufs eines Anlagegutes mit Buchgewinn ergeben. Um Varianten der Buchungen bei unterschiedlichen Details des Vorgehens (mit/ohne Rechnung, Rechnung in Taxpool oder außerhalb, etc.) und unter Berücksichtigung von unterschiedlich anwendbaren oder nicht verwendeten Programmautomatiken zu verstehen müssen die einzelnen Schritte bedacht werden und die geeignete Kombination gewählt werden.

    Da Du keine Rechnung zu stellen hast, ist das oben beschriebene Vorgehen für Deinen Fall die Lösung.

    Deine Nachfragen zu abweichenden Situationen hier weiter zu beantworten hieße, ein Lehrbuch zu schreiben, in dem alle Beispiele mit allen Schritten aufzuführen. Was so ein Buch wert ist, ist inzwischen deutlich geworden. :)

    Ich will eine Hilfe zur Selbsthilfe versuchen:

    Die zwei getrennten Buchungssätze sind

    1. das Ausbuchen des Restwertes des Anlagegutes, so dass auch die Anlageverwaltung diese Anlage als ausgeschieden darstellt.
    2. das Buchen des Ertrags aus dem Verkauf, wobei kein Konto Umsatzerlös sondern ein sonstiger Erlös zu buchen ist und ein Verrechnungskonto anzugeben ist, welches i. d. R. ein Finanzkonto (Kasse, Bank,...) ist.

    In Taxpool werden beide Buchungen bei Nutzung der Anlagenverwaltung automatisch und korrekt erledigt. Die Buchungen landen im Buchungsstapel, wo sie geändert, bzw. gelöscht werden können. Daneben wird das Anlageverzeichnis korrekt geführt.

    Will man davon abweichen (z. B. den Erlös über ein Debitorenkonto buchen) muss man dies berücksichtigen (ggf. ein passendes Verrechnungskonto in der Anlageverwaltung angeben). Alternativ könnte auch eine Rechnung in Taxpool fakturiert werden, mit entsprechend angepasstem Erlöskonto und Nutzung der daraus automatisch erstellten Buchung.

    Wie auch immer man sich entscheidet müssen ggf. Buchungen die automatisch (aber im Stapel) erzeugt werden ggf. geändert oder gelöscht werden.

    Von alle dem ist aber das Buchen des Erinnerungswertes nicht betroffen, so dass man diese Buchung (1.) grundsätzlich in der Anlageverwaltung erzeugen lässt. In die Verlegenheit, die Anlageverwaltung bekäme davon nichts mit, kommt man dann auch nicht.

    Ich verstehe das Interesse daran, alles (Buchhaltung und die jeweilige Umsetzung in Taxpool) verstehen zu wollen und heiße es auch gut. Das dazu erforderliche Buchhaltungswissen ist schon für einen klar begrenzten Fall oft kaum in einem Forumbeitrag zu vermitteln. Dies auch für unterschiedliche Fälle zu bieten sprengt die Möglichkeiten des Forums.

    Um sich aber selbst mit den Möglichkeiten des Programms vertraut zu machen bietet die Hilfe entscheidende Hinweise, etwa was die automatischen Buchungen der Anlageverwaltung und deren Funktionsweise betrifft. Dabei wird in den dort weiter verzweigten Unterseiten (dringend empfohlen sie zu lesen) und teils verlinkten Hilfeseiten auch auf unterschiedliche Möglichkeiten eingegangen. Empfehlenswert ist, sich in der gewünschten Tiefe mit dem Thema in der Hilfe zu befassen, damit hier nicht aufgeschrieben werden muss, was dort schon steht.

  • Vielleicht stelle ich mich blöd oder kleinkariert an:
    Weder in der Onlinehilfe noch in der ausführlichen Anleitung steht, wie ein Anlagenverkauf einzutragen ist, wenn der Verkaufserlös über die Fakturaverwaltung gebucht wird. Bei nochmaliger Betrachtung habe ich aber noch eine Idee, wie das im Programm zusammen gehören könnte.

    Ich habe das bisher nicht damit in Verbindung gebracht, aber man kann die Onlinehilfe so lesen, dass das hier der richtige Dropdowneintrag für den Abgang in der Anlagenverwaltung wäre:

    Quote

    Erinnerungswert abschreiben:

    Wenn Sie zuvor eine Anlage mit einem Erinnerungswert geführt haben (s.o.) und diese nun aus dem Betrieb ausgeschieden ist, können Sie den Restbuchwert nach dem Zeitraum der planmässigen Abschreibung abschreiben, die Anlage wird dann nicht mehr im Anlagespiegel geführt.

    Da steht halt nichts von Verkauf, weder im Programm noch in der Hilfe. Aber das sollte ja das machen, was ich brauche, wenn ich für den Anlagenverkauf eine Rechnung machen möchte.

    Ist das dann der Weg? Eine Rechnung über Faktura schreiben, Erlöskonto 8820, und dann die Anlage aus der Verwaltung nehmen mit "Erinnerungswert abschreiben"? Wie gesagt, ich habe das von der Logik bisher nicht in Verbindung gebracht, aber eigentlich wäre es so einfach dass es einen anspringt.

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

    Edited 2 times, last by FelixR (June 13, 2025 at 12:40 PM).

  • Dann nehme ich einfach die Automatik aus der Anlagenverwaltung und bin fertig.

    Wenn Du "Verkauf" benutzt wird doch alles notwendige gebucht.

    Weder in der Onlinehilfe noch in der ausführlichen Anleitung steht, wie ein Anlagenverkauf einzutragen ist, wenn der Verkaufserlös über die Fakturaverwaltung gebucht wird.

    Das ist doch auch in aller Regel und auch in Deinem Fall nicht nötig.

  • Natürlich kannst Du auch kompliziert eine Rechnung in Taxpool schreiben, mit Debitorenanlage und korrekt geänderte Konten und nur den Restbuchwert (1 €) in der Anlagenverwaltung erledigen.

    Manche mögen es gern umständlich. :)

    Beiträge stellen keine rechtliche Beratung dar, sie sind lediglich Meinungsäußerung des Verfassers. Das Urheberrecht für durch mich erstellte Inhalte in Themen und Beiträgen verbleibt, ungeachtet der eingeräumten Rechte an den Forenbetreiber, bei mir. Weitere Infos über mich.

  • Prima, danke. Jetzt in diesem Fall nehme ich den einfachen Weg, hatte ich ja geschrieben. Es kann aber in der näheren Zukunft vorkommen dass ich auch den komplizierteren brauche. Dafür notiere ich das dann schon mal.

    IST-Versteuerung, SKR 03, GmbH, mit Debitoren-, ohne Kreditorenkonten

    Edited once, last by FelixR (June 14, 2025 at 8:04 AM).

  • Taxoloop June 14, 2025 at 4:26 PM

    Closed the thread.

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